Verein

Wilkommen Beim SV Eintracht Sermuth

 

Auf jeden Fall kennen wir genau die Geburtsstunde des Vereins und seine strengen Regeln, festgehalten und beurkundet durch die „Statuten des Turnvereins „Eintracht“ Großsermuth und Umgegend. Er wurde am 23. April 1897 gegründet und erhielt am 14. Mai von der Königlichen Amtshauptmannschaft zu Grimma die Bestätigung seiner Statuten. Mitbegründer war u. a. Max Dietze, dem wir über seinen Enkel Siegfried Dietze das überlieferte Gründungsstatut verdanken.

 

Dort steht in $ 1 „Zweck des Vereins“ der interessante und bedenkenswerte Satz: „Gelegenheit und Anleitung zu geregelten Körperübungen zu geben sowie Anstand und Sitte zu lehren.“ Neben den Turnern gab es danach noch den Wanderverein, den Arbeitersportverein und später die Pferdesportler. Leider steht uns aus der „alten“ Zeit des SV Eintracht Sermuth wenig authentisches Material zur Verfügung. Vorhandenes wollen wir in unserer Ausstellung präsentieren.

 

Wiederbelebung nach dem Krieg

Alten Traditionen folgend wurde in Sermuth bald wieder geturnt. Turnerische Urgesteine wie Kurt Hammer, Kurt Lehmann sowie Rudi Eichhorn ließen noch einmal Schwung, Disziplin und Anmut des Männerturnens aufblitzen und banden Scharen der kraftstrotzenden jungen Sermuther Männer auf dem Turnsaal. Helmut Sittner, einer aus der jungen Garde, machte durch seine hervorragenden Fähigkeiten im Turnen bald auf sich aufmerksam. In Schönbach waren es Rudi Meier, Fritz Sturm, der unermüdliche Organisator Herbert Hellinger und Gunter Neustadt, die die Turnertradition pflegten. Aber auch Frauen standen den Männern nicht nach. Kurt Lehmann nahm sich der jungen Damen als Vorturner an. Frau Inge Richter ist es zu verdanken, dass in Sermuth die Frauengymnastik ins Leben gerufen wurde. Anfang der 60er Jahre übernahm Rita Vetter die Gymnastikgruppe. Insider erinnern sich an ihren Vater Karl Kadelbach, den Rita zur musikalischen Begleitung mitbrachte und mit verschmitztem Humor in die Tasten griff und die jungen Damen zu anmutigen Bewegungen lockte. Aber jetzt sind wir in der Sportgeschichte schon ein Schrittchen zu weit. Zurück in die Nachkriegsjahre.

 

1947 finden wir die Wiege der gegenwärtig größten Abteilung des Vereins – die Sparte Fußball wurde gegründet. Damit verbinden sich Namen wie Manfred Müller, Wolfgang Strauß, Paul Auerswald, Siegfried Otto und Heinz Herrmann. 1951 war die Geburtsstunde der Sparte Reiten. Spartenleiter war Ewald Buchalla. Die stolzen Männer hoch zu Pferde waren offenbar mittelalterlichen Rittertreibens folgend, der Geselligkeit nicht abhold. So ist im Protokollbuch nachzulesen, dass die Reitersparte am 18.05.1952 auf „Hörigs“ Saal einen zünftigen Reiterball durchführte (es bleibt zu hoffen, dass das heute offenbar dem Verfall preisgegebene Gebäude nicht durch das kühne Pferdegetrampel Ewald Buchallas Sparte gelitten hat). Aber auch Schach wurde in Sermuth gepflegt, seit 1951 unter Leitung von Helmut Dargusch. Und es gab Bemühungen auf den Gebieten Leichtathletik, Volleyball und Faustball. Mit diesen Sportarten verknüpfen sich wiederholt die Namen Otto und Auerswald.

 

Wende im Verein zu Beginn der 60er Jahre.

 

Bis in sein 79. Lebensjahr hinein hatte der „Turnverein Eintracht Großsermuth und Umgegend“ seine Turner! Aber bevor es mit dem Turnen in Sermuth zu Ende ging, erlebte diese Sektion noch einmal richtige Größe, nicht durch muskelbepackte Männer in den bekannten langen weißen „Schäferhosen“, wie sie damals genannt wurden, sondern durch Jungen um die 13/14 Jahre herum. Das geschah so: 1961 kam der Junglehrer Volkmar Oettelt nach Sermuth (so die Zuarbeit eines Mitarbeiters für den Redner) und brachte großes Engagement für den Kinder- und Jugendsport mit. Und da seine turnerischen Fähigkeiten größer waren als damals sein Herz für die bedürftigen Sermuther Fußballer, gehörte er zunächst allein den Turnern. Bald war Grimmas „Turnvater“ Lothar Gansler auf ihn aufmerksam geworden und schon gab es in Sermuth den Trainingsstützpunkt Geräteturnen, sozusagen eine Tochter des Trainingszentrum Grimma. Es wurde hart trainiert in Sermuth, dreimal die Woche und ab und zu gab es Wettkämpfe am Wochenende. Mit Sermuther Turnern wurde die Kreisauswahl Grimma 1966 Bezirksmeister und 1967 Bezirksspartakiadesieger. Die erfolgreichsten Sermuther Turner waren damals Lothar Bahrmann, Werner Hanschmann, Dietmar Wolfframm und Frank Müller. Aus Frank Müller ist zwar kein Klaus Köste geworden, aber ein erfolgreicher Trainer der 1. Männermannschaft in der Bezirksklasse! Trotz dieser anstrengenden Arbeit wurde in Sermuth keiner kaputt trainiert, im Gegenteil – es kamen viele Gleichaltrige in die Turnhalle, ohne die Normen zu bringen, die aber Freude am Sport hatten. Es waren Jungen, die Jahre später mit gesundem Körper und Geist die Wende für den Sermuther Fußball bringen sollten und tatsächlich brachten.

Beginnen wir mit der Abteilung Fußball, der größten – wir sind oft geneigt zu sagen – der tragenden Abteilung des Vereins.

Als Leiter fungierten seit der Gründung die Sportfreunde Siegfried Otto, Siegfried Müller, Dieter Kiel, Heinz Moritz, Willi Herzog, Günther Bahrmann und seit 1977 Harald Müller.

Die Gründer des Sermuther Fußballs hatten es in ihren ersten Jahren nicht leicht. So hält der Protokollant 1951 in verschiedenen Sitzungen fest, die Sparte Fußball müsse sich in ihrer sportlichen Einstellung gründlichst ändern, die Trainingsbereitschaft sei beklagenswert, und es seien „Zerfallserscheinungen“ wegen Wegzugs von Sportfreunden erkennbar. Lange Zeit gab es in Sermuth nur eine Männermannschaft in der 2. Kreisklasse, die als Meister in Freundschaftsspielen bekannt war. Mitte der 60er Jahre begann unter Helmut Dargusch, Gerhard Schatz, Heinz Moritz und Volkmar Oettelt die eigentliche Nachwuchsarbeit mit dem „Sammeln und Organisieren“ sportlich interessierter und begeisterungsfähiger Kinder und Jugendlichen in Knaben-, Schüler- und M-Jugend-Mannschaften.

1973

1. Durchbruch: Die damalige „legendäre“ Juniorenmannschaft gewann unter Übungsleiter Volkmar Oettelt den „Junge Welt Bezirkspokal“ und unterlag in der 1. Hauptrunde des DDR Pokalwettbewerbs vor über 1.500 Zuschauern dem Oberligaclub   HFC Chemie Halle (u. a. mit Nachtweih, Pahl und Strozniak).

1974   

Gründung der AK Vorschulalter durch Volkmar Oettelt.Vier Jahre danach 2. Platz bei den Bezirksmeisterschaften (dabei waren u. a. die Oberligisten des 1. FC Lok und Chemie Leipzig).

Die E-Jugend Spieler Andreas Schatz, Matthias Lory, Jürgen Gläser und Thomas Oettelt spielten in der Bezirksauswahl.

1980   

Erster Aufstieg der Männermannschaft in die Bezirksklasse unter Abteilungsleiter Volkmar Oettelt

1990   

Nach zwischenzeitlichen Ab- und Aufstiegen in den 80er Jahren folgte nach Erringen des Hallenmeistertitels, des Pokalsieges und des Kreismeistertitels der erneute Aufstieg in die Bezirksklasse unter Übungsleiter Hans-Jürgen Thiemann. Seitdem ist Sermuth eine feste Größe in der Bezirksklasse Leipzig.

1993   

Nach langjährigen Kämpfen gegen den Abstieg legt Trainer Jochen Kunath durch hervorragende Arbeit  und Engagement den Grundstein für einen erheblichen Leistungssprung.

2002

wird unsere Sportanlage an der Freiberger Mulde von der verheerenden Jahrhundertflut getroffen und völlig zerstört. Binnen weniger Stunden sind alle bis dahin getätigten Leistungen auf dem Vereinsgelände zerstört. Nur mit Hilfen vom Staat sowie Bundesland Sachsen sowie langjährigen Sponsoren und freiwilligen Helfern und Spenden ist der Wiederaufbau der Anlage möglich. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle Helfer.